Der US-amerikanische Technologieriese Meta kämpft weiterhin damit, illegale Finanzwerbung auf seinen Plattformen – Facebook, Instagram und WhatsApp – im Vereinigten Königreich wirksam zu überwachen, trotz wiederholter Warnungen und Zusagen, sie zu verhindern. Eine kürzlich von der Financial Conduct Authority (FCA) durchgeführte Überprüfung ergab, dass in nur einer Novemberwoche über 1.000 nicht autorisierte Finanzanzeigen geschaltet wurden, von denen 56 % von Werbetreibenden stammten, die bereits von der Aufsichtsbehörde gemeldet wurden.
Dies ist kein Einzelfall. Die Plattformen von Meta werden mit umfassenderen globalen Problemen in Verbindung gebracht, darunter die Gefährdung der Benutzer durch betrügerische Machenschaften, illegale Casinos und verbotene medizinische Produkte. Die Überprüfung der FCA zeigt, dass es weiterhin nicht gelingt, Benutzer vor risikoreichen Finanzprodukten zu schützen, die von nicht autorisierten Unternehmen beworben werden.
Das Problem besteht trotz Warnungen weiterhin
Die FCA hat wiederholt mit Meta Kontakt aufgenommen und auf Verbesserungen bei der Überwachung und Kontrolle gedrängt. Die Regulierungsbehörde hat jedoch „keinen wesentlichen Unterschied“ im Ansatz von Meta festgestellt. Dieser mangelnde Fortschritt ist besonders besorgniserregend, da das Vereinigte Königreich eine hohe Betrugsrate aufweist und Social-Media-Plattformen ein häufiger Ausgangspunkt für Betrügereien sind.
Meta-Sprecher Ryan Daniels behauptet, das Unternehmen bekämpfe Betrug weltweit aggressiv und ergreife bei den meisten Meldungen schnelle Maßnahmen. Die Ergebnisse der FCA deuten jedoch auf etwas anderes hin. Die Regulierungsbehörde stellt fest, dass kleine Gruppen von Wiederholungstätern für einen erheblichen Teil der illegalen Anzeigen verantwortlich sind, was auf systemische Schwächen bei der Durchsetzung von Meta hinweist.
Regulierungslücken und verzögerte Durchsetzung
Die Situation wird durch Verzögerungen bei der Gesetzgebung erschwert. Der britische Online Safety Act, der Bußgelder in Höhe von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes für illegale Inhalte verhängen könnte, wird frühestens 2027 vollständig auf bezahlte Betrugsanzeigen anwendbar sein. Derzeit fehlt der FCA die direkte Durchsetzungsbefugnis gegenüber Meta, da es in die Zuständigkeit der Kommunikationsaufsichtsbehörde Ofcom fällt, die ebenfalls begrenzt ist, bis das Gesetz vollständig umgesetzt ist.
Meta hat sich im Jahr 2022 freiwillig verpflichtet, nur autorisierten Firmen die Schaltung von Finanzanzeigen zu erlauben, doch die Durchsetzung bleibt schwach. Die FCA kann gegen nicht autorisierte Werbetreibende vorgehen, viele operieren jedoch außerhalb der britischen Gerichtsbarkeit.
Unterschiede bei der globalen Durchsetzung
Die Wirksamkeit der Durchsetzung durch Meta variiert je nach Region erheblich. Ein Reuters-Test ergab, dass eine verdächtige Investitionswerbung in Großbritannien ungeprüft lief, während dieselbe Anzeige in Australien, wo strengere Regeln zur Überprüfung von Finanzwerbetreibenden gelten, sofort blockiert wurde. Dies deutet darauf hin, dass Meta seinen Ansatz aufgrund des regulatorischen Drucks anpasst.
Verbesserungen bei Meta-Ansprüchen in Australien sind auf „Verbesserungen“ im Verifizierungsprozess zurückzuführen, Details bleiben jedoch unklar. Das Unternehmen gibt an, den Anteil der Werbeeinnahmen aus verifizierten Werbetreibenden von 55 % im Jahr 2024 auf 70 % im Jahr 2025 erhöht zu haben.
Fordert stärkere Maßnahmen
Befürworter von Verbraucherrechten wie Martin Lewis argumentieren, dass das Problem nicht technologischer, sondern finanzieller Natur sei. „Wenn Sie genug Geld ausgeben, können Sie die Betrüger stoppen“, erklärte Lewis und forderte die Unternehmen auf, Ressourcen zur Beseitigung betrügerischer Anzeigen zu priorisieren. Gruppen für digitale Rechte wie Reset Tech haben geschätzt, dass es sich bei mehr als der Hälfte der Anzeigen, in denen auf große britische Banken verwiesen wird, um Betrug handeln könnte, der möglicherweise Millionen Menschen dem Betrug aussetzt.
Banken wie Barclays und Revolut äußerten ihre Enttäuschung und nannten die Plattformen von Meta als Hauptquelle für autorisierten Betrug. Sie fordern dringende Verbesserungen der Verifizierungssysteme und nachweisbare Fortschritte bei Anti-Betrugs-Initiativen.
Letztendlich unterstreicht Meta zwar die anhaltenden Bemühungen, doch die Ergebnisse der FCA unterstreichen, dass es weiterhin nicht gelingt, Benutzer angemessen vor illegaler Finanzwerbung zu schützen. Bis die Durchsetzung der Vorschriften gestärkt wird, bleibt das Risiko eines weit verbreiteten Betrugs auf den Meta-Plattformen erheblich.





























