CoreWeave: Die Zeitbombe der KI-Infrastruktur

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CoreWeave ist ein Rechenzentrumsunternehmen, das im Herzen des Booms der künstlichen Intelligenz agiert, jedoch mit enormen Schulden, fragwürdiger Buchhaltung und umfangreichen Insiderverkäufen belastet ist. Während das Unternehmen ein beeindruckendes Umsatzwachstum und hochkarätige Kunden wie Microsoft, OpenAI und Meta vorweisen kann, offenbart ein genauerer Blick eine prekäre Finanzstruktur und die Abhängigkeit von volatilen Kundenbeziehungen. CoreWeave schürt zwar den KI-Goldrausch, ist aber auch eine tickende Zeitbombe.

Die Illusion des Wachstums

Auf den ersten Blick erscheint CoreWeave erfolgreich: 1,4 Milliarden US-Dollar Umsatz im dritten Quartal 2024, eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Der Aktienkurs des Unternehmens stieg nach dem Börsengang sprunghaft an, doch dieses Wachstum steht auf wackeligen Fundamenten. Das Kernproblem besteht darin, dass es CoreWeave an einem klaren Weg zur Rentabilität außerhalb der schnellen KI-Einführung mangelt, eine Voraussetzung, die alles andere als garantiert ist.

Schulden und Abhängigkeit

CoreWeave ist mit 14 Milliarden US-Dollar ausstehenden Schulden hoch verschuldet. Diese Schulden sind durch seine Nvidia-Chips und Rechenzentren besichert, aber die Abhängigkeit des Unternehmens von diesen Vermögenswerten macht es anfällig für Marktschwankungen und technologische Veralterung. Die Kreditwürdigkeit des Unternehmens liegt im Non-Investment-Grade-Bereich, was bedeutet, dass die Kreditgeber es als hochriskant einstufen. Dies zwingt CoreWeave dazu, Kredite zu höheren Zinssätzen aufzunehmen, was seine Finanzen zusätzlich belastet.

Kundenvolatilität

Der größte Kunde von CoreWeave ist Microsoft, auf den im dritten Quartal 67 % des Umsatzes entfielen. Allerdings baut Microsoft auch eine eigene KI-Infrastruktur auf und ist damit ein potenzieller Konkurrent. OpenAI, ein weiterer Großkunde, investiert in eigene Rechenzentren und reduziert so seine langfristige Abhängigkeit von CoreWeave. Auch Meta baut seine eigene KI-Kapazität aus, wodurch der Kundenstamm von CoreWeave weiter schrumpft.

Nvidias Einfluss

Nvidia ist nicht nur Lieferant, sondern auch ein wichtiger Investor von CoreWeave und besitzt Aktien im Wert von rund 4 Milliarden US-Dollar. Der 6,3-Milliarden-Dollar-Vertrag von Nvidia garantiert, dass CoreWeave die Chips von Nvidia mietet, aber dieser Deal stellt auch sicher, dass Nvidia die Nachfrage von CoreWeave decken kann, möglicherweise auf Kosten anderer Kunden. Diese Abhängigkeit von Nvidia wirft Fragen zur langfristigen Unabhängigkeit von CoreWeave auf.

Buchhaltungsbedenken

Die Finanzstruktur von CoreWeave basiert stark auf Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicles, SPVs), die niedrigere Kreditkosten und Steuervorteile ermöglichen, aber auch die tatsächlichen finanziellen Verpflichtungen des Unternehmens verschleiern. Diese Zweckgesellschaften können Vermögenswerte im Konkursfall schützen, CoreWeave aber auch vor behördlicher Kontrolle schützen.

Insider-Verkauf

Umfangreiche Insiderverkäufe von CoreWeave-Aktien geben Anlass zur Sorge über das Vertrauen des Managements in die Zukunft des Unternehmens. Obwohl Insiderverkäufe nicht immer ein negatives Zeichen sind, ergänzen sie die wachsende Liste der Warnsignale für die finanzielle Stabilität von CoreWeave.

Das Fazit

Der Erfolg von CoreWeave basiert auf einem fragilen Fundament aus Schulden, Kundenvolatilität und der Abhängigkeit von Nvidia. Die aggressive Wachstumsstrategie des Unternehmens könnte zum Zusammenbruch führen, wenn die KI-Einführung nachlässt oder seine Hauptkunden abwandern. Obwohl CoreWeave eine entscheidende Komponente der KI-Infrastruktur sein mag, ist sein langfristiges Überleben alles andere als garantiert.