Demokraten riskieren einen Billionen-Dollar-Fehler mit Steuersenkungen für die Mittelschicht

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Die Demokratische Partei erwägt eine weitreichende, aber möglicherweise unhaltbare Politik: massive Steuersenkungen für die Mittelschicht. Vorschläge der Senatoren Cory Booker und Chris Van Hollen zielen darauf ab, die Bundeseinkommenssteuern für Millionen Amerikaner abzuschaffen, finanziert durch eine höhere Besteuerung der reichsten Bürger. Dieser Ansatz steht jedoch im direkten Widerspruch zu den eigenen Ambitionen der Partei, Sozialhilfeprogramme auszubauen.

Die vorgeschlagenen Steuersenkungen

Van Hollens Plan würde Einzelpersonen, die weniger als 46.000 US-Dollar verdienen, und Paare, die weniger als 92.000 US-Dollar verdienen, von der Bundeseinkommenssteuer (ohne Lohnsteuer) befreien. Bookers Vorschlag geht noch weiter und sieht die Abschaffung der Bundeseinkommenssteuer auf die ersten 75.000 US-Dollar an Einkünften vor. Beide Senatoren beabsichtigen, diese Kürzungen durch eine Erhöhung der Steuern für die Superreichen zu finanzieren. Dies spiegelt den Appell des ehemaligen Präsidenten Trump an die Wähler der Arbeiterklasse wider, der beispielsweise die Befreiung von Trinkgeldern von der Bundessteuer vorsieht.

Der steigende Trend des „99-Prozentismus“

Diese Verschiebung spiegelt einen langfristigen Trend in der demokratischen Politik wider, sich bei der Finanzierung von Staatsausgaben fast ausschließlich auf das oberste 1 % zu verlassen. Jahrzehntelang haben die Demokraten traditionell die Steuerbelastung über die einzelnen Einkommensniveaus verteilt. Seit den 1990er Jahren zögert die Partei jedoch zunehmend, die Steuern für die Mittelschicht zu erhöhen, eine Zurückhaltung, die durch das Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber der Regierung und eine wachsende Abhängigkeit von der Unterstützung der oberen Mittelschicht noch verstärkt wird.

Unvereinbarkeit mit der Ausweitung der Wohlfahrt

Das Kernproblem besteht darin, dass diese Steuersenkungen mathematisch unvereinbar mit den erklärten Zielen der Demokraten sind, Sozialprogramme auszuweiten. Van Hollens Plan würde die Bundeseinnahmen um 1,5 Billionen US-Dollar reduzieren, während Bookers Plan sie um über 5,5 Billionen US-Dollar kürzen würde. Dennoch befürworten beide Senatoren gleichzeitig umfassende Ausweitungen der Sozialhilfe, darunter subventionierte Kinderbetreuung, allgemeine Gesundheitsversorgung, kostenlose Studiengebühren und ein Kindergeld.

Diese Initiativen zusammen würden die Bundesausgaben innerhalb eines Jahrzehnts um über 30 Billionen US-Dollar erhöhen. Selbst wenn eine aggressive Besteuerung der Reichen eingeführt würde, würden die erzielten Einnahmen wahrscheinlich nicht ausreichen, um sowohl Steuersenkungen als auch erweiterte Sozialleistungen ohne untragbare Defizite zu decken.

Warum Steuern für Reiche kein Allheilmittel sind

Der starke Einsatz von Steuern für die Superreichen hat seine Grenzen. Milliardäre können ihr Vermögen durch Schlupflöcher schützen oder Kapital ins Ausland verlagern. Darüber hinaus verhindern möglicherweise selbst erhebliche Steuern auf die Reichen die Inflation nicht, wenn sie mit erhöhten Staatsausgaben kombiniert werden.

Die oft als Vorbilder zitierten westeuropäischen Wohlfahrtsstaaten setzen nicht in erster Linie auf die Besteuerung der Reichen. Stattdessen behalten sie eine breit angelegte Besteuerung aller Einkommensniveaus bei. Die USA besteuern die Mittelschicht im Vergleich zu historischen Sätzen bereits geringfügig, und weitere Kürzungen würden die Haushaltsungleichgewichte verschärfen.

Politische Realitäten und steuerliche Zwänge

Gemäßigte Demokraten werden unweigerlich einschränken, wie aggressiv die Reichen besteuert werden können. Selbst unter vollständiger demokratischer Kontrolle dürfte die Senatsmehrheit der Partei knapp ausfallen, was den Zentristen ein Vetorecht über die Finanzpolitik geben würde. Das bedeutet, dass jeder Dollar, der für Steuersenkungen für die Mittelschicht aufgewendet wird, ein Dollar ist, der nicht für den Ausbau der Sozialhilfe zur Verfügung steht.

Fazit

Die Vorschläge der Demokraten für umfassende Steuersenkungen für die Mittelschicht sind fiskalisch unsicher und strategisch fragwürdig. Obwohl sie politisch attraktiv sind, führen sie zu einem unhaltbaren Kompromiss zwischen Steuersenkungen und Sozialausgaben. Die Realität ist, dass ein robuster Wohlfahrtsstaat nicht allein durch die Besteuerung der Reichen finanziert werden kann; Die Demokraten müssen entweder ihre Ausgabenambitionen zurückfahren oder höhere Gesamtsteuerbelastungen akzeptieren.