Der DJI Osmo Pocket 4 ist da und verspricht, die bereits erfolgreiche Vlogging-Formel seines Vorgängers zu verfeinern. Während das neue Modell erhebliche interne Verbesserungen einführt – insbesondere in Bezug auf Bildverarbeitung und Farbwissenschaft –, steht es für amerikanische Verbraucher vor einem großen Hindernis: Es fehlt derzeit eine offizielle Veröffentlichung in den Vereinigten Staaten.
Das US-Verfügbarkeitsproblem
Trotz der Aufregung rund um die Markteinführung stehen US-Käufer vor einer „trüben“ Situation. DJI hat ausdrücklich erklärt, dass der Pocket 4 nicht auf dem US-Markt verfügbar sein wird, solange die Genehmigungsanträge noch ausstehen.
Diese Verzögerung ist Teil einer umfassenderen, komplexeren Spannung zwischen DJI und den US-Regulierungsbehörden. Während die Drohnen des Unternehmens mehrfach verboten wurden, kommt es bei anderen Verbraucherprodukten aufgrund der FCC-Vorschriften häufig zu Verzögerungen. Dies stellt US-amerikanische Entwickler vor ein Dilemma: Selbst wenn es ihnen gelingt, ein Gerät über Drittkanäle zu beziehen, haben sie möglicherweise Schwierigkeiten mit offiziellem Service, Garantien und technischem Support.
Für den Kontext: Die internationalen Preise sind bereits festgelegt. In Großbritannien kostet das Basismodell 445 £ (ca. 604 $), während das Creator Combo – das wichtiges Zubehör wie ein kabelloses Mikrofon und einen Batteriegriff enthält – 549 £ (ca. 745 $) kostet.
Technische Upgrades: Was ist neu?
Optisch bleibt das Pocket 4 nahezu identisch mit dem Pocket 3 und behält das charakteristische rotierende 2-Zoll-LCD und das kompakte Gimbal-Design bei. Allerdings wurde das „Gehirn“ des Geräts deutlich überarbeitet.
Verbesserte Bildgebung und Farbe
Während der physische 1-Zoll-Sensor erhalten bleibt, bietet die neue Version mehrere wichtige professionelle Verbesserungen:
– Erhöhter Dynamikbereich: Der neue Sensor bietet einen Dynamikbereich von bis zu 14 Stufen und ermöglicht so viel bessere Details in kontrastreichen Umgebungen (z. B. heller Himmel vor dunklen Schatten).
– Hohe Bildraten: Die Kamera kann jetzt bis zu 240 fps bei 4K aufnehmen und ermöglicht so extrem flüssige Zeitlupenaufnahmen.
– Erweiterte Farbprofile: DJI hat neue integrierte Filmprofile für sofortige „Look“-Anwendungen eingeführt. Für professionelle Redakteure bietet die Einbeziehung von 10-Bit-D-Log eine viel größere Flexibilität bei der Farbkorrektur in der Postproduktion.
– Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen: Dank verbesserter Bildverarbeitung verspricht DJI eine überlegene Leistung in dunklen Umgebungen sowie einen neuen Slow-Shutter-Modus für kreative Nachtvideos.
Hardware und Komfort
DJI hat mehrere Probleme mit der Lebensqualität durch Hardware-Optimierungen behoben:
– Erhöhter Speicher: Um den Komfort erheblich zu steigern, verfügt der Pocket 4 über 100 GB integrierten Speicher, wodurch das Risiko verringert wird, dass aufgrund einer fehlenden oder vollen microSD-Karte nicht gefilmt werden kann.
– Längere Akkulaufzeit: Die Akkukapazität wurde von 1.300 mAh auf 1.545 mAh erhöht.
– Schnellladung: Das Gerät unterstützt Schnellladung und erreicht 80 % Kapazität in nur 18 Minuten.
Die „Pro“-Frage und Kaufberatung
In der Branche gibt es anhaltende Spekulationen über ein „Pocket 4 Pro“ -Modell. Durchgesickerte Gerüchte deuten auf ein Mehrobjektiv-Setup – möglicherweise einschließlich eines Telezooms – hin, ähnlich wie bei High-End-Smartphones. DJI hat ein solches Modell jedoch nicht offiziell bestätigt, sodass sich Enthusiasten fragen, ob eine professionellere Version mit Wechselobjektiv in Sicht ist.
Sollten Sie ein Upgrade durchführen?
Die Kaufentscheidung hängt ganz von Ihrer aktuellen Ausrüstung ab:
- Wenn Sie ein Pocket 3 besitzen: Die Upgrades erfolgen inkrementell. Sofern Sie nicht unbedingt den höheren Dynamikbereich oder die Zeitlupe mit 240 Bildern pro Sekunde benötigen, bleibt der Pocket 3 ein äußerst leistungsfähiges Werkzeug.
- Wenn Sie ein Pocket 2 besitzen oder zum ersten Mal kaufen: Das Pocket 4 stellt einen gewaltigen Fortschritt in Sachen Technologie und Benutzerfreundlichkeit dar und ist daher eine sehr empfehlenswerte Wahl für Sommerreisen und die Erstellung von Inhalten.
Zusammenfassung: Der DJI Osmo Pocket 4 ist eine anspruchsvolle Weiterentwicklung eines erstklassigen Vlogging-Tools und bietet bessere Farben, mehr Speicher und schnelleres Aufladen; US-Verbraucher müssen sich jedoch mit der regulatorischen Unsicherheit auseinandersetzen, bevor sie es offiziell in die Hände bekommen können.
