Sony RX1R III: Eine 5.100-Dollar-Kamera für einen ganz besonderen Fotografen

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Die Sony RX1R III, auch bekannt als DSC-RX1RM3, ist eine einzigartig positionierte Kamera auf dem Fotomarkt. Es packt einen Vollformat-Sensor mit 60,2 Megapixeln in ein Gehäuse, das eher einem High-End-Point-and-Shoot-System ähnelt als einem herkömmlichen Vollformat-Wechselobjektivsystem. Diese Kombination macht es zu etwas Besonderem – und rechtfertigt seinen hohen Preis von 5.100 US-Dollar für den richtigen Benutzer.

Unkonventionelles Design, erstklassige Verarbeitungsqualität

Der RX1R III entzieht sich einer einfachen Kategorisierung. Während seine Größe an Kompaktkameras wie die Ricoh GR IV herankommt, übertrifft seine Bildqualität diese um ein Vielfaches. Dank der Konstruktion aus Magnesiumlegierung und den gut fühlbaren Zifferblättern fühlt sich die Kamera solide an. Der Objektivtubus verfügt über spezielle Ringe für den manuellen Fokus, den Makromodus und die Blendensteuerung. Trotz ihrer geringen Stellfläche ist die Kamera überraschend schwer, was zu einem erstklassigen Gefühl beiträgt.

Allerdings ist die Ergonomie nicht perfekt. Das Fehlen eines guten Griffs oder einer Daumenablage kann die längere Verwendung etwas umständlich machen, obwohl Aftermarket-Zubehör dies abmildern kann. Es ist ein Kompromiss zwischen Tragbarkeit und Komfort.

Bildqualität, die ihrer Größe trotzt

Die RX1R III liefert eine außergewöhnliche Bildqualität. Der 60,2-Megapixel-Sensor liefert immense Details und ermöglicht aggressives Zuschneiden ohne nennenswerten Auflösungsverlust. Das feste 35-mm-Zeiss-Objektiv ist scharf, bietet ein angenehmes Bokeh und funktioniert auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut.

Bei der hohen Auflösung der Kamera geht es nicht nur um Details; Es bietet Flexibilität bei der Nachbearbeitung. Bilder können unter Beibehaltung der brauchbaren Qualität umfassend zugeschnitten werden, wodurch in vielen Situationen ein spezielles Teleobjektiv überflüssig wird. Die großen Dateigrößen (ca. 64 MB pro RAW-Bild) erfordern erhebliche Speicher- und Rechenleistung, was für ernsthafte Fotografen jedoch von untergeordneter Bedeutung ist.

Fehlende Funktionen und seltsame Auswahlmöglichkeiten

Trotz ihres hohen Preises verzichtet die RX1R III auf Funktionen, die in vielen günstigeren Kameras zu finden sind. Insbesondere fehlt ihm die In-Body-Bildstabilisierung (IBIS). Während das lichtstarke Objektiv dies etwas mildert, ist das Fehlen angesichts des Preises merkwürdig. Auch die Videofunktionen sind enttäuschend, mit begrenzter 4K30-Aufnahme und einem erheblichen Crop-Faktor. Sony hat diese Kamera eindeutig für Standbilder und nicht für Bewegungen entwickelt.

Der Touchscreen lässt sich außerdem nicht bewegen, was eine verpasste Chance für eine verbesserte Benutzerfreundlichkeit darstellt.

Konnektivität und Workflow

Die RX1R III lässt sich nahtlos mit der Creators‘ App von Sony verbinden und ermöglicht so eine einfache Bildübertragung und Fernsteuerung per Smartphone. Die App ist gut gestaltet und ermöglicht eine schnelle Überprüfung, Auswahl und Cloud-Sicherung von Bildern.

Für wen ist diese Kamera geeignet?

Der RX1R III ist nicht jedermanns Sache. Es handelt sich um ein Nischenprodukt, das sich an eine bestimmte Art von Fotografen richtet: jemanden, der Wert auf Bildqualität und diskrete Bedienung legt und dem es nichts ausmacht, dafür einen Aufpreis zu zahlen. Für Profis, die eine leistungsstarke Rückfahrkamera oder ein vielseitiges Werkzeug für Veranstaltungen und Hochzeiten benötigen, ist diese möglicherweise von unschätzbarem Wert.

Für den Durchschnittsverbraucher ist die RX1R III übertrieben. Preisgünstigere spiegellose Kameras bieten eine größere Vielseitigkeit und eine vergleichbare Bildqualität. Aber für diejenigen, die bereit sind, 5.100 US-Dollar für ein kompaktes Vollformat-Kraftpaket auszugeben, bietet die RX1R III ein einzigartiges und kompromissloses Fotoerlebnis.

Bei dieser Kamera geht es nicht nur um Megapixel; Es geht um die Freiheit, außergewöhnliche Bilder ohne die Masse eines herkömmlichen Vollformatsystems aufzunehmen. Es ist ein Werkzeug für Fotografen, die unabhängig vom Preis das Beste verlangen.