Die Kurzvideoplattform Vine, die 2016 von Twitter geschlossen wurde, feiert unter einem neuen Namen ein Comeback: Divine. Die von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey finanzierte und vom ehemaligen Twitter-Mitarbeiter Evan Henshaw-Plath entwickelte App zielt darauf ab, das Sechs-Sekunden-Video-Loop-Format wiederzubeleben und gleichzeitig den Aufstieg von KI-generierten Inhalten energisch zu bekämpfen.
Die Rückkehr eines Vermächtnisses
Divine wird mit einer Bibliothek von über 100.000 archivierten Vine-Videos starten und den Nutzern eine nostalgische Reise zurück zu der Plattform bieten, die einst die frühe Social-Media-Landschaft dominierte. Das prägende Merkmal der neuen App ist jedoch ihre strikte Haltung gegenüber künstlicher Intelligenz.
Kampf gegen „KI-Slop“
Die Pressemitteilung macht deutlich: Divine wird verdächtige KI-generierte Inhalte kennzeichnen und blockieren. Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf das wachsende Problem, dass nicht unterscheidbare, von KI produzierte Videos die Mainstream-Social-Media überschwemmen, wo Tagging-Anforderungen häufig ignoriert oder nicht durchgesetzt werden.
„Da KI-produzierte Inhalte schnell nicht mehr von regulären Inhalten zu unterscheiden sind … Divine wurde entwickelt, um die Tage der ‚echten Inhalte, die von echten Menschen erstellt wurden‘ zurückzubringen.“
Ein Ansatz, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht
Henshaw-Plath betonte seinen Wunsch, dass Divine eine echte menschliche Verbindung fördern solle, frei von algorithmischer Manipulation und invasiver Werbung. Er betrachtet die App als Kontrapunkt zum aktuellen Social-Media-Ökosystem, das er als „Dystopie“ bezeichnet. Sein Medium-Beitrag mit dem Titel „We Deserve Better: A New Social Media Bill of Rights“ skizziert seine Vision für eine ethischere Social-Media-Zukunft.
Dezentrale Finanzierung
Dorseys Finanzierung erfolgt über seine gemeinnützige Organisation And Other Stuff, die Projekte unterstützt, die „erlaubnislose Protokolle“ erforschen, die sich der Unternehmenskontrolle entziehen. Dies bedeutet, dass Divine im Gegensatz zu seinem Vorgänger unter Twitter-Eigentümern gegen willkürliche Abschaltungen resistent ist.
Die Wiederbelebung von Vine as Divine ist nicht nur ein technischer Neustart: Es ist ein Statement zur Zukunft der sozialen Medien. Durch die explizite Ablehnung von KI-generierten Inhalten signalisiert die Plattform einen Bedarf an Authentizität und menschlicher Verbindung in einer zunehmend synthetischen digitalen Welt.




























