Wie Ferngespräche Sie verbinden: Von Mabel bis Glasfaser

6

Wenn Sie eine kilometerweit entfernte Nummer wählen, reden Sie nicht nur. Sie lösen eine massive, augenblickliche Kettenreaktion der Computerlogik aus. Es ist leicht, die Infrastruktur zu vergessen, die Ihren Gesprächen zugrunde liegt. Um zu verstehen, was in Echtzeit passiert, muss man die moderne Komplexität hinter sich lassen und sich die rohen Mechanismen ansehen, mit denen Menschen einst Ferngespräche leiteten.

Die Ära der menschlichen Telefonzentrale

Gehen Sie zurück in die Anfangszeit. Telefongesellschaften errichteten im Herzen jeder Stadt eine Zentrale. Von diesem Knotenpunkt aus verliefen Kupferkabel zu jedem Haus. Drinnen saß eine Telefonistin, nennen wir sie Mabel.

Mabel saß vor einer Telefonzentrale. Jedes Telefon in der Stadt hatte eine entsprechende Steckdose. Der Prozess war taktil und langsam.

  1. Sie haben den Hörer abgenommen. Über Ihrem Wagenheber blinkte ein Licht.
  2. Mabel hat ein Kabel in deine Steckdose gesteckt.
  3. Sie hat gefragt, wen Sie erreichen möchten.
  4. Sie steckte ihren anderen Stecker in die Steckdose dieser Person.
  5. Sie schickte ein Klingelsignal über die Leitung.
  6. Sobald die andere Partei antwortete, steckte sie einen Brückendraht zwischen Ihren beiden Buchsen.
  7. Als Sie aufgelegt haben, ist das Licht ausgegangen. Sie entfernte den Draht.

Einfach. Körperlich. Endlich.

Fernverbindungen zusammenflicken

Ortsgespräche waren problemlos. Langstrecken erforderten ein anderes Setup. Das örtliche Büro fügte Leitungen zu einem Fernbüro hinzu.

Um einen Freund in einem anderen Bundesstaat anzurufen, hast du Mabel die vollständige Nummer genannt. Hier ist die manuelle Kettenreaktion:

  • Mabel ist an eine Fernleitung angeschlossen.
  • Sie sprach mit der Vermittlung am entfernten Hub.
  • Dieser Betreiber hat eine Verbindung zu einem anderen Hub hergestellt, basierend auf der Vorwahl Ihres Freundes.
  • Die Kette ging von Büro zu Büro weiter, bis sie die örtliche Zentrale in der Stadt Ihres Freundes erreichte.
  • Dieser letzte Betreiber hat die Verbindung zum Telefon des Freundes hergestellt.
  • Mabel hat dann Ihre Ortsleitung mit der Fernleitung überbrückt.

Der Fernanbieter verfolgte die Zeit. Sie haben die Dauer aufgeschrieben. Sie haben den Gesetzentwurf erstellt. Der Anruf wurde über direkte, physische Leitungen von einem Gebäude zum nächsten zusammengefügt. Es war bemerkenswert einfach, aber schmerzhaft langsam.

Die erste Automatisierung: Mechanische und digitale Schalter

Der erste Schritt in Richtung Automatisierung ersetzte Mabel durch einen mechanischen Schalter. Sie wählten immer noch „O“, um einen Menschen für Ferngespräche zu erreichen, aber Ortsgespräche wurden über Zahnräder und Relais abgewickelt.

Computer töteten schließlich auch die Ferngesprächsbetreiber. Sie führten computergestützte Schalter ein. Die Hardware nutzte immer noch physische Kabel, um den Empfänger zu erreichen, aber die Computer entschieden, wie sie diese miteinander verbindeten.

Erwägen Sie einen Anruf von Kalifornien nach New York (1-212-555-1234). Der Prozess ist jetzt digital:

  • Die „1“ signalisiert einen Fernweg zur Ortsvermittlung.
  • Die „212“ teilt der Fernvermittlungsstelle mit, welche Leitung sie belegen soll.
  • Die „555“ leitet das New Yorker Ferngesprächsbüro an die jeweilige Ortsvermittlungsstelle weiter.
  • Das örtliche New Yorker Büro verbindet Sie mit Ihrem Freund.

Datenpakete mit den Telefonnummern fliegen über Datenleitungen zwischen Switches. Die Abrechnung erfolgt automatisch. Die Verbindung ist elektrisch, nicht menschlich.

Glasfaser- und Carrier-Wettbewerb

Heute weist das System zwei wesentliche Änderungen auf.

Erstens sind die teuren physischen Leitungen zwischen den Büros weitgehend verschwunden. Sie wurden durch Glasfaserleitungen ersetzt. Diese Kabel übertragen digitalisierte Sprachdatenströme. Ihre Stimme wird zu Bytes. Tausende Anrufe teilen sich eine einzige Glasfaser. Der Kostenunterschied zwischen Kupferpaaren und Glasfaserkabeln ist astronomisch.

Zweitens ist das Monopol gebrochen. Viele Fernverkehrsanbieter konkurrieren mittlerweile um Ihr Geschäft. Dadurch ändert sich die Art und Weise, wie der Anruf weitergeleitet wird.

So leiten PIC-Codes Ihren Anruf weiter

Wenn Sie heute anrufen, errät Ihre lokale Vermittlungsstelle nicht, wohin der Anruf weitergeleitet werden soll. Es überprüft eine Datenbank.

Diese Datenbank enthält einen PIC-Code (Primary Interchange Carrier Code) für Ihre Nummer. Dieser Code identifiziert, welchen Fernanbieter Sie ausgewählt haben. Wenn Sie den Anbieter wechseln, ändert sich dieser Code.

Der Schalter sucht nach Ihrem PIC. Es wird an den Switch des von Ihnen gewählten Ferngesprächsanbieters angeschlossen. Das Netz dieses Mobilfunkanbieters leitet den Anruf an den lokalen Mobilfunkanbieter Ihres Freundes weiter. Der örtliche Spediteur absolviert die letzte Etappe.

Das alles passiert im Handumdrehen. Milliarden von Dollar in Hardware, Software und Glasfaserkabel führen eine Transaktion so schnell aus, dass Sie es nicht bemerken. Aber es ist immer da. Warten auf die nächste Ziffer.